2012 0325BF-300x200 in Henry Moore – Liegende (1979)Henry Moore (1898–1986) gilt als einer der einflussreichsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Eine seiner Plastiken findet sich auch in Hamburg. Die 800 kg schwere »Liegende« residiert seit 1979 auf der Moorweide, unweit des Bahnhofs Hamburg-Dammtor. Die Foto-Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2012.

BTW: Eine andere Plastik Henry Moores im Wert von ca. 4,4 Millionen Euro wurde im Dezember 2005 auf dem Gelände der Henry-Moore-Stiftung in Perry Green gestohlen (siehe Artikel in »Die Welt«). Die Tat wurde von Überwachungskameras aufgezeichnet. Der Materialwert der Bronzeplastik lag zu diesem Zeitpunkt bei rund 7.500 Euro.

Dieser Raub wurde für den deutschen Künstler Fritz Balthaus (—> wikipedia-Eintrag) zum Ausgangspunkt seiner Arbeit »Pure Moore«, die er im Rahmen eines 2008 ausgeschriebenen Kunst-am-Bau-Wettbewerbs für das BKA in Berlin-Treptow erstellte. Auf seiner Website schreibt der Künstler: »Die in der Öffentlichkeit diskutierte Vorstellung, dass die Kunstdiebe die Skulptur eingeschmolzen haben könnten, imaginiert eine Form, die als neue Skulptur für das Gelände des BKA vorgeschlagen wird. In Zusammenarbeit mit der traditionsreichen Berliner Bildgiesserei Noack, die zahlreiche Skulpturen Henry Moores, so auch die gestohlene Skulptur aus dem Jahre 1970, gegossen hat, wurde das ursprüngliche Gesamtgewicht von 2100 Kilogramm in Bronze-Rohbarren umgerechnet, so dass sich bei einem Einzelgewicht von 9,5 kg pro Barren, die von Henry Moore eingeschmolzene Anzahl von 221 Barren ergibt. Diese 221 Bronzebarren werden auf einem schwarzen Betonsockel in den Dimensionen der Originalsockelfläche platziert. Der etwas höhere Sockel trägt nun dasselbe Gewicht, jedoch andere Volumina.«

Und Thea Herold schreibt in einem Faltblatt über das Vermittlungskonzept von »Pure Moore«: »Es ist ein wunderbarer Anstoß, um über den Kreislauf des Kommens und Gehens nachzudenken. Ebenso wie die Arbeit von Moore ist die Arbeit in vielen Berufen der aktuellen Welt heute für das bloße Augen kaum noch zu sehen. Finanztransaktionen, Informationsströme oder digitale Parameterflut und mehr – es geht über unsichtbare Wege. Entscheidend aber ist, dass sie am richtigen Ort auch ankommen. Für Balthaus ist die Essenz von Moores Kunst immer noch da. Die gestohlene Plastik von 2,1 Tonnen Gewicht tauchte bis heute nirgendwo auf.«

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.