Als ich 2002 für meine erste Website einen Domain-Namen suchte, musste ich feststellen, das »www.wassenberg.de« schon vergeben war. Eine Stadt, 60 km östlich von Düsseldorf gelegen, trug nicht nur meinen Namen, sondern hatte sich auch meine Wunsch-Webadresse geschnappt. Also suchte ich nach einer Alternative. Als ich sah, dass selbst »www.michael-wassenberg.de« bereits von jemand anderem benutzt (gleichwohl aber nicht ge-nutzt) wurde, kam mir eine Idee … In meiner Jugend gaben wir uns im Freundeskreis Spitznamen. Mit dem Pseudonym »Butschinsky« sollte mein bürgerlicher Name verschleiert werden. Aber »Butschinsky« war mehr als ein Pseudonym, es war mein Künstlername, denn im Alter von Anfang 20 hielten wir uns fast alle für Künstler. Dass meine Webadresse fürderhin »www.butschinsky.de« heißen sollte, bot und bietet immer noch zugleich Raum für allerlei Assoziationen (beim Publikum) und Optionen (für mich). In der Gesellschaft von Personen mit ähnlich klingenden Namen wie Lissitzky, Kandinsky oder Strawinsky – »Schimmi« Schimanski und »Litti« Littbarski hatte ich gar nicht auf dem Zettel! – sollte man mich leicht einem soziokulturellem Millieu zuordnen können. Nicht nur hatte ich mit der Wahl dieses Domain-Namens meine Sympathien für die russische Avantgarde im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts implizit zum Ausdruck gebracht – mit einer Website, die »www.butschinsky.de« heißt, hätte ich auch, sollten mich Typografie und Fotografie einmal nicht mehr interessieren, glaubhaft zum Beispiel in den Gebrauchtwagenmarkt einsteigen können. Zum Glück ist es dazu nie gekommen. Geblieben aber ist seit damals »www.butschinsky.de«.