Erste Fingerübungen in Sachen Bewegtbild

Im Jahr 2018 wollte ich das Medium Film für mich entdecken. Bei den ersten Versuchen, die ich auf Youtube dokumentierte – und jetzt auch hier – ging es natürlich erst einmal um die Aneignung der technischen Grundlagen. Diese Fingerübungen haben also meist dokumentarischen Charakter. Ich filmte bei öffentlichen und meist kostenlosen Open-Air-Veranstaltungen. So vermeidet man, dem zahlenden Publikum mit Stativ und Kamera vor der Nase herumzutanzen – und wird nicht (so schnell) angeraunzt. Ich präsentiere die Filme in der umgekehrten Chronologie ihrer Entstehung.


Monako

[20] Monako – Das sind an diesem 25. August 2018 die Musiker Sadek Martin-Massarweh, Jakob Hersch, Vale Hebel, Pamier Hilal und Jan Hendrik Schnoor. Der Film zeigt einige Ausschnitte eines Konzertes im Rahmen des Platzfestivals 2018, veranstaltet vom Gartenkunstnetz e. V. in Hamburg. Ihre Musik beschreibt die Band aus Hamburg und Montreal als eine Mischung aus Rhythm and Blues, Rock, Trap und Folk. Zu dem melancholischen Sound passte dann auch nur eine Umsetzung in Schwarzweiß.


Fanfare Ciocarlia

[19] Fanfare Ciocarlia ist eine zwölfköpfige Balkan-Brass Band aus Rumänien, die am 12. August 2018 beim Wutzrock-Festival in Hamburg-Allermöhe zu erleben war. Die schwarz gekleideten Herren beeindrucken das Publikum mit ungeheurer Dynamik und viel Spielwitz. Neben der ausschließlich mündlich tradierten Musik gab es aber auch fantastische Arrangements bekannter Evergreens – Summertime, Born to be wild etc. – zu hören. Alle fünf Filmschnipsel des Konzertes finden Sie in meinem Youtube-Kanal.


Rocket Men

[18] Philipp Püschel (Trumpet), Lasse Golz (Tenor Saxophon), Valentin Mühlberger (Synths, Keys), Paul David Heckhausen (Synths, Electronics, Percussions), Bertram Burkert (Guitar) und Felix Dehmel (Drums) sind Rocket Men. »Die musikalischen Weltenreisenden Rocket Men verschmelzen alles, was ihnen auf ihren Reisen zwischen den Sternen begegnet: Intergalactic Jazz, Dub und Drum ’n’ Bass.«, schrieb einmal ein Veranstalter. Zu erleben waren die jungen Musiker beim Wutzrockfestival am 12. August 2018.


Pecco Billo

[17] Hiphop trifft Bigband. Silvan Strauß (Drums & Vocals), Samuel Wootton (Percussion & Mallets), Alex Eckert (Gitarre), Michael Hengeler (Bass), Sebastian Wehle (Sopran Sax), Benjamin Bucksch (Tenor Sax) und Simon Wolff (Bariton Sax) waren mit ihren »Urban Grooves« auch beim Wutzrockfestival im Hamburg-Allermöhe am 11. August 2018 zu hören. Ein weiteres Stückchen des »Umsonst & Draußen«-Festivals mit Pecco Billo serviere ich Ihnen hier.


Breitschuh singt Brel

[16] Inzwischen wurde auch ein externer Audio-Rekorder angeschafft, um den Klang meiner Filme zu verbessern. Am 29. Juli 2018 standen Lieder von Jacques Brel mit deutschen Texten von Eckart Breitschuh auf dem Programm. Beim Konzert im Musikpavillon von Planten un Blomen begleitete Greg Baker den Sänger am Piano. Ich habe nahezu das gesamte Konzert mitgeschnitten. Alle Filme des Konzertes finden Sie in meinem Youtube-Kanal.


Jonkanoo

[15] Party-Stimmung – und zwar generationsübergreifend – ist garantiert, wenn Jonkanoo die Bühne betritt. Die 2002 gegründete Band hat eine Vorliebe für tanzbare karibische Rhythmen, insbesondere die des Reggae, Rocksteady und Ska aus Jamaika. Das zehnköpfige Ensemble um den Sänger Anton liefert eine »Jonkanoo-Tanzgarantie«, die beim Konzert am Sonntag, den 22. Juli 2018 in Planten un Blomen locker erfüllt wurde. Am Ende des Films stürmt tanzwütiges Publikum die Bühne. Hier geht es zur Youtube-Playlist.


Sirenen und Beats

[14] Das Ensemble plastiq besteht aus Raphaela Andrade, Martina Lenzin und Lena Geue. An diesem Abend mussten plastiq und Publikum auf Lena Geue verzichten. Dafür stand am 13. Juli 2018 mit nicottynn ein kongeniales Duo – bestehend aus Henrik Schimkus und Nico Österle – mit auf der kleinen Bühne im Gartenkunstnetz in der Eifflerstraße. Diese Mischung aus sirenenhaften Gesängen, Beats, Effekten und einer angedeuteten E-Gitarre wollte ich in meinem kurzen Film unaufgeregt und schnörkellos dokumentieren.


Fogo do Samba

[13] Fogo do Samba ist ein Hamburger Ensemble unter der Leitung von Detlef von Boetticher, das sich ganz den Samba- und Reggae-Rhythmen verschrieben hat. Beim Auftritt der Musiker am Tag der brasilianischen Kunst und Kultur am 8. Juli in Planten un Blomen konnte sich das Publikum von der imposanten Spielfreude überzeugen. Unterstützt wurden die Perkussionisten zeitweise durch Hamburgs Samba-Königin Miriam da Silva. Zu einem Tänzchen ließen sich einige Besucher nicht lange bitten. Zur Youtube-Playlist geht es hier.


Chorinho · Choro Do Norte

[12] Der Tag der brasilianischen Kunst und Kultur am Sonntag, den 8. Juli 2018, versprach ein vielschichtiges Programm. Im Musikpavillon von Planten un Blomen traten ein spielfreudiges Trio, bestehend aus Roman Sielert (Pandeiro), Thomas l’Etienne (Klarinette, Saxophon) und Cristiano Fischer (7-saitige Gitarre), auf. Ob das Ensemble nun Chorinho oder Choro Do Norte heißt, konnte ich bis heute nicht recherchieren. Aber wie immer gilt: Alle vier Filmschnipsel des Auftrittes finden Sie in meinem Youtube-Kanal.


Jayminho Moreira

[11] Der aus Brasilien stammende Jayminho Moreira wuchs in einer Musikerfamilie auf. Klassische Musik, Samba, Bossa Nova, Jazz und Funk beeinflussten ihn schon früh. Im Alter von fünfzehn Jahren begann er, Musik zu studieren. Am Tag der brasilianischen Kunst und Kultur in Hamburg am Sonntag, den 8. Juli 2018, konnten ihn die Besucher des Musikpavillons in Planten un Blomen live erleben. Alle vier Filmmitschnitte des Konzertes hören Sie in meinem Youtube-Kanal.


Kampf der Zentauren

[10] Der Stuhlmannbrunnen auf dem Platz der Republik in Hamburg-Altona. Aus der psychoanalytischen Traumdeutung wissen wir, dass ein Springbrunnen niemals nur ein Springbrunnen ist. Also setzte ich das selbstwidersprüchliche Sujet einer unproduktiven Omnipotenz auf eine recht triste und wenig temperamentvolle Art in 21 Einstellungen in Szene. Dass die Rezeption von David Lynchs »Eraserhead« in jungen Jahren als Movens zu diesem Film gedeutet werden kann, bleibt ungewiss.


Daniel Green und Band

[9] Mit »Magic Dreamers«, »Autumn«, »Why Me«, »Dead Machines«, »Love Song To The One We Should Love The Most«, »Stereotypes«, »True Save Haven« und anderen Songs verzauberten der Singer-Songwriter und Folk-Musiker Daniel Green und seine Band das Publikum am 1. Juli 2018 in Planten un Blomen. Alle Teile des Konzertes finden sich in meiner Youtube-Playlist. Wer Musik von Künstlern wie Simon & Garfunkel, John Mellencamp und Johnny Cash mag, der mag auch Daniel Green.


Tante Polly

[8] Inzwischen wurden ein brauchbarer Videokopf und eine 4-K-Kamera angeschafft. Diese wurden natürlich umgehend beim Open-Air-Konzert mit Tante Polly am Sonntag, den 1. Juli 2018 in Planten un Blomen eingesetzt. »Tante Polly spielen Seeräuberswing, Polkajazz & Lieder zum Heulen aus Hamburg Sankt Pauli«, heißt es auf der Website der Künstler. Heulen Sie also bitte mit, wenn es heißt: »Ich liebe Dich nicht!«. Alle neun Einzelfilme des Tante-Polly-Konzertes finden Sie natürlich wieder in meiner Youtube-Playlist.


20 Skulpturen auf dem Friedhof Ohlsdorf

[7] Das ist ja gar kein richtiger Film? – Hier montierte ich unter Einsatz des Ken-Burns-Effektes 20 Fotos der schönsten Skulpturen des Ohlsdorfer Friedhofs zu einer Diashow. Durch diese ruhig fließende Abfolge von Fotografien hoffte ich, den Figuren von Xaver Arnold, Franz Dorrenbach, Hans Dammann, Hans Hartmann-MacLean, Karl Bart, Richard Kuöhl, Hugo Lederer, Constantin Dausch und Arthur Bock ein wenig Leben einhauchen zu können. Musikalische Unterstützung gewährte uns kein geringerer als Johann Sebastian Bach.


Cotton Club Big Band

[6] Umsonst und draußen! – Am Sonntag, dem 3. Juni 2018, spielte die Cotton Club Big Band im Musikpavillon von Planten un Blomen in Hamburg. Hören Sie hier die Stücke »Ain’t She Sweet«, »St. Louis Blues« und »Stormy Weather«. Alle vier Filme des Konzerts der Cotton Club Big Band – featuring Marey Burns – können Sie auch in meiner Youtube-Playlist ansehen. Übrigens: die Bigband spielt seit über 25 Jahren die Original-Arrangements der Swing Ära von Benny Goodman bis zu Count Basie, von Glenn Miller bis Duke Ellington.


Soja Beeh

[5] Seit meiner frühesten Jugend bin ich ein großer Bewunderer des Posaunisten Albert Mangelsdorff (1928–2005). Während meines Studiums Mitte der 1980er Jahre durfte ich ihn einmal in einem Solo-Konzert live in Düsseldorf auf der kleinen Bühne einer Schulaula erleben. Das Instrument übt auch heute noch eine große Faszination auf mich aus. – Lassen Sie sich nun von dem kraftvollen Spiel der jungen Jazzposaunistin Soja Beeh (*1993) während eines kurzen Solos, das sie im Rahmen des Elbjazz 2018 blies, affizieren.


Hot Club Hamburg

[4] Die zweite Band bei der Gipsy Vision, dem internationalen Sinti-und-Roma-Fest, nannte sich Hot Club Hamburg. Während die hervorragenden Musiker ihr Bestes gaben, kämpfte ich mit der Technik: der Wind pfiff ins Mikrophon. Der kleine Monitor der Kamera, der noch kein Focus-Peaking kennt, machte es mir nicht gerade einfach, mit einem Telezoom zeitgleich manuell die Schärfe zu ziehen. Spätestens nach diesem Film wusste ich, dass es noch viel zu lernen gibt. – Aber vielleicht genießen Sie 40 Minuten stimulierende Musik?


Kussi Weiss Gipsy Connection

[3] Virtuos und mit viel Herzblut präsentierte Musik gab es beim internationalen Sinti-und-Roma-Fest am 27. Mai 2018 in Planten un Blomen zu hören. Hier erleben Sie die großartige Kussi Weiss Gipsy Connection. Alle vier Filme des Konzerts können Sie in meiner Youtube-Playlist ansehen. Bei kostenlosen Open-Air-Veranstaltungen ist es nahezu unvermeidlich, dass einem Besucher durch das Bild laufen. Manche merken es nicht einmal. Mit einem Standbild habe ich während des Schnitts das Defizit zu kompensieren versucht.


Fintango

[2] Das finnische Tango- und Kulturfestival unter der Schirmherrschaft von Aki Kaurismäki. Konzert mit Tangon Taikaa (und der singenden Säge) und Vallilan Tango am 21. Mai 2018 im Musikpavillon von Hamburgs Planten un Blomen. Genießen Sie über 30 Minuten bewegte und bewegende Bilder in Schwarz-Weiß. Es erwarten Sie wackelige Aufnahmen, wortgewaltige Untertitel und ein mieser Klang in einem unvergleichbaren Retro-Cinemascope-Look. Man achte auf die subtilen Überblendungen.


Von der Kellinghusenstraße bis zur Sierichstraße

[1] Wenn man schon viel mit der U-Bahn unterwegs ist und dabei aus dem Fenster schaut, dann kann man ja auch mal zwischen zwei Stationen die Kamera drauf halten. Neunzig Sekunden lang gibt es nur eine Einstellung – keinen Schnitt, keinen Schwenk, kein Zoom – und das alles in Schwarzweiß. Mit einer sphärischen Musik unterlegt, ist dabei so etwas wie eine Traumsequenz entstanden. Für ausgewiesene Traumdeuter ist das Material aber vermutlich nicht sehr ergiebig. Nehmen Sie es als Einladung zur Entschleunigung.